Impulse · Anfangen · 2 Min.

Analog vs. Digital

Es gibt nur 0 und 1. Und 1 reicht.

Wo liegt bei neuen oder alten Gewohnheiten eigentlich der Unterschied zwischen einer analogen und einer digitalen Herangehensweise?

Analog ist die Version für den Perfektionisten. Es gibt endlos viele Möglichkeiten, etwas zu tun. Wer wirklich alle Eventualitäten durchgeht, kommt nie zur Tat, weil er denkt, es müsse alles perfekt sein, um es richtig zu machen.

Genau wie beim analogen Fernsehen: Ein gutes Bild gibt es nur bei perfektem Signal. Will man einfach nur seine Lieblingssendung sehen, muss man sich mit einem verrauschten Bild zufriedengeben.

Beim digitalen Empfang sieht das ganz anders aus. Es gibt nur 1 und 0. Selbst bei schlechtem Empfang bekommen wir noch ein gutes Bild.

Übertragen auf neue Gewohnheiten

Sagen wir, ich möchte eine neue Sprache lernen.

Die analoge Variante: Ich male mir aus, was ich alles tun könnte. Bücher lesen, Filme schauen, mit Menschen in der neuen Sprache sprechen. Das klingt spannend, setzt aber die Messlatte so hoch, dass der Anfang in weite Ferne rückt. Das Durchhaltevermögen schwindet, ich gebe auf und rede mir ein, ich sei eben nicht sprachbegabt.

Die digitale Variante: Ich nehme mir vor, ein Wort zu lernen. Das ist eine 1, also habe ich automatisch Erfolg.

Selbst wenn es nur ein Wort pro Tag bleibt, sind das 365 Wörter im Jahr. Wer rund 1000 Wörter braucht, um das Wichtigste einer Sprache zu verstehen, ist in drei Jahren am Ziel.

Aber mal ehrlich: Bleibt es wirklich bei einem Wort? Wenn man erst einmal angefangen hat und ein paar Tage Erfolg hatte, lernt man auch mal zwei oder drei. Bei drei Wörtern am Tag sind die 1000 schon nach einem Jahr geschafft.

Die Falle dabei

Nimm dir nicht von vornherein drei Wörter vor. Dann baust du dir wieder ein analoges Ziel. Irgendwann denkst du: „Heute habe ich keine Lust, drei Wörter zu lernen“, und schon fühlst du dich unterbewusst schlecht, weil du nicht erfolgreich warst.

Versuche deshalb, digital zu denken und zu handeln: immer nur die 1 erreichen und sie als Erfolg sehen.

Es reicht, den Fernseher einzuschalten. An ist an. Es gibt keine Variablen, die man vorher bedenken müsste: ob man die Taste länger oder kürzer drückt, einen anderen Finger benutzt oder vorher einen Handschuh anzieht. Nichts davon ändert etwas.

Entweder an oder aus. 1 oder 0.

Und jetzt: ein kleiner Schritt. Heute. Jetzt.

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