Impulse · Anfangen · 2 Min.
Aufschieben oder sofort machen?
Die meisten Dinge dauern gar nicht so lange, wie wir denken.
Wie ist das mit den Dingen, die man am liebsten so lange verschieben würde, bis sie von allein verschwinden?
Meistens sind es Dinge, die unangenehm sind, weil man sie nur selten oder sogar nur einmal tun muss. Unser Gehirn ist grundsätzlich bequem und findet Neues erst einmal blöd. Also sucht es Ausreden und schafft es so, sich um die eigentliche Tätigkeit zu drücken. Die Sache wird dadurch nicht besser, aber man hat erfolgreich verschoben.
Das Aufschieben haben wir uns über Jahrzehnte perfekt antrainiert. Jedes Mal, wenn etwas Unangenehmes kommt, folgen wir diesem eingeübten Muster. Würde man sich stattdessen angewöhnen, bis 10 zu zählen und dann zu handeln, wäre das nach einer Weile die spontane Reaktion.
Manches erledigt sich von selbst
Vielleicht verschwinden manche Dinge tatsächlich von allein. Manchmal misst man einer Sache zu viel Wichtigkeit bei, schiebt sie auf, vergisst sie und merkt, dass sie gar nicht so wichtig war.
Aber was ist mit dem wichtigen Telefonat oder der Kündigung, die heute noch rausmuss?
Ganz einfach: Tu es so schnell wie möglich. Sonst fängt man nur an, sich Gründe auszudenken, es nicht zu tun. Frag dich einmal, wie viel Zeit du wirklich brauchst. Wahrscheinlich höchstens fünf Minuten.
Binär denken
Bei Dingen wie Bügeln hilft es, binär zu denken: Das erste gebügelte Teil ist ein Erfolg. Danach machst du entweder später weiter oder nimmst dir morgen wieder nur ein Teil vor. So entsteht kein Druck.
Mit Mini-Gewohnheiten trainierst du die Fähigkeit, immer besser und schneller loszulegen. Du merkst immer eher, dass die meisten Dinge, die dich zögern lassen, gar nicht so lange dauern, wie du früher dachtest. Und danach hast du ein gutes Gefühl, das du als Erfolg zählen kannst, egal wie klein.
Ich habe dabei etwas Merkwürdiges festgestellt: Mein Zeitempfinden ist dehnbarer geworden. Ich schaffe ein Vielfaches am Tag und habe trotzdem das Gefühl, mehr Zeit zu haben als früher.
Dein nächster Schritt
Wenn du wieder etwas aufschieben willst, denk dir keine Ausreden aus. Mach zumindest den kleinsten ersten Schritt:
- nur die Nummer heraussuchen
- nur das Bügeleisen herausholen
- nur eine Tasse spülen
- nur einen Satz für die Kündigung schreiben
Und jetzt: ein kleiner Schritt. Heute. Jetzt.