Impulse · Denken · 2 Min.

Was heißt eigentlich „schwer“?

Nichts ist schwer. Es ist nur noch nicht geübt.

Immer wieder höre ich im Instrumentalunterricht von meinen Schülern:

  • „Das ist aber schwer.“
  • „Ich weiß nicht, ob ich das schaffe.“
  • „Das kann ich nicht.“
  • „Ich hasse diesen Takt.“
  • „Da muss ich ja Wochen für üben.“
  • „Ich hab keinen Bock.“

Was bedeutet das eigentlich? Was heißt „schwer“?

Schwer ist ein Vergleich

„Schwer“ wird hier als Gegenteil von „leicht“ benutzt. Man redet sich schon im Vorfeld ein, dass etwas schwerer zu lernen ist als anderes. Man bewertet es, meist unbewusst, und vergleicht es mit Dingen, die man schon geübt hat und die einem durch die Übung leichter erscheinen.

Wir halten etwas für schwer, wenn:

  • es sehr schnell ist
  • viele Noten zu sehen sind
  • wir etwas anderes subjektiv für einfacher halten
  • uns die Bezugspunkte fehlen (keine neuronalen Verbindungen), zum Beispiel bei einer neuen Sprache
  • die Aufgabe zu groß erscheint

Die Beurteilung von „schwer“ ist immer subjektiv. Selbst ich als Lehrer schätze vorher ein, was für den einen Schüler schwer und für den anderen ganz leicht ist, und bin immer wieder überrascht, wie sehr man sich täuschen kann.

Die Basis zählt

Natürlich muss man eine Basis aufbauen, sonst kann man nichts darauf aufbauen. Ein Dach ist ohne Träger wertlos. Deshalb ist ein Paradiddle in der zweiten Schlagzeugstunde fehl am Platz, nicht weil er schwer wäre, sondern weil die Basis fehlt. Wer nicht weiß, dass es Einzel- und Doppelschläge gibt, kann sie nicht zusammenfügen.

Es ist wichtig, sich den eigenen Stand klarzumachen und von dort aus zu urteilen. Es gibt nichts, was schwer ist. Nur die eigene Wahrnehmung macht es „schwer“, weil man es in diesem Moment noch nicht fassen kann.

Aus A wird B

Statt …sag …
„Das ist schwer.“„Das ist noch zu schwierig.“
„Ich weiß nicht, ob ich das schaffe.“„Ich weiß, dass ich es irgendwann schaffe.“
„Das kann ich nicht.“„Das kann ich noch nicht.“
„Ich hasse diesen Takt.“„Ich liebe diesen Takt.“ (sobald du ihn geübt hast)
„Da muss ich Wochen für üben.“„Ja, und jede Woche fängt mit einer Sekunde an.“
„Ich hab keinen Bock.“„Ich hab Bock.“

Und jetzt: ein kleiner Schritt. Heute. Jetzt.

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