Impulse · Dranbleiben · 1 Min.
Der olle Schweinehund
Man macht sich Gedanken, anstatt zu handeln.
Kennst du das auch? Man nimmt sich etwas vor, zum Beispiel: „Jetzt lerne ich endlich Gitarre.“
Man ist Feuer und Flamme. Man kauft eine Gitarre, vielleicht ein paar Noten oder einen Einsteigerkurs, schaut sich Videos der großen Gitarristen an. Das sieht so einfach aus, das klingt so flüssig: Das kann ich auch.
Also fängt man an. Die Gitarre in die Hand, ein paar Töne, die ersten Akkorde. Und dann kommt allzu schnell die Ernüchterung: Die Finger schmerzen, es klingt nicht wie bei den Profis, die Gitarre ist ständig verstimmt. Oder plötzlich hat man keine Zeit mehr.
Die Stimme im Kopf
Jetzt meldet sich der Schweinehund. Er meint es eigentlich gut mit dir und will nur das alte, vielleicht langweilige, aber vertraute Hamsterrad nicht verlassen.
Du kennst seine Sätze:
- „Das ist doch viel zu schwer.“
- „Warum mache ich das eigentlich?“
- „Ich müsste eigentlich etwas viel Wichtigeres tun.“
- „Andere sind viel besser darin.“
- „Beim letzten Mal hat es auch nicht geklappt.“
- „Für wen mache ich das eigentlich?“
Was ich beobachtet habe
Auch ich habe ständig Ideen für Neues. Spiele ich heute Gitarre oder Schlagzeug? Sollte ich mal wieder ans Klavier? Dann das absolute Gehör, Songs schreiben, und der Bass steht auch schon lange verstaubt in der Ecke.
Man macht sich Gedanken, anstatt zu handeln. Würde man einfach eine Sache nach der anderen tun, das Leben ist nun einmal linear, würde man vielleicht alles schaffen und nicht so viel Zeit mit Nachdenken vertrödeln.
Ich weiß inzwischen: Man muss nur den ersten Schritt machen. Einmal den Schweinehund überwinden, und dann wird es leicht, und die Motivation kommt von ganz allein.
Und jetzt: ein kleiner Schritt. Heute. Jetzt.