Impulse · Mini-Gewohnheiten · 2 Min.

Keine Zeit

Einmal die Woche drei Stunden üben bringt weniger als jeden Tag eine Minute.

Haben wir nicht alle immer „keine Zeit“?

Die letzten Jahre kamen mir vor, als würde die Zeit immer schneller verrinnen, obwohl jeder Tag nach wie vor 24 Stunden hat, also 1440 Minuten. Aber jeder nutzt sie anders. Warum schaffen die einen mega viel, und die anderen sind froh, wenn sie sich gerade so zur Arbeit schleppen?

Wo die Zeit hingeht

Man schafft ja jeden Tag extrem viel. Nur oft Dinge, die einem nichts geben:

  • mehrere Stunden im Internet surfen
  • hundertmal am Tag die Mails abrufen
  • mal kurz Social Media checken (oops, schon wieder eine Stunde)
  • Fernsehen, weil man dafür keine Willenskraft braucht
  • aufräumen, sortieren, den Schrank ausmisten

Auch ich war so, obwohl ich eigentlich diszipliniert sein kann. Aber nur, wenn ich auf etwas hinarbeite, zum Beispiel auf einen Auftritt. Danach war es wieder vorbei: Ich wollte täglich Sport machen, und zwei Monate später ärgerte ich mich, dass ich es nicht mehr tat. Erst fällt ein Tag aus, dann der zweite, und die Pause wird immer länger.

Was bei mir anders ist

Seit ich Mini-Gewohnheiten anwende, bin ich so produktiv wie nie, und ich habe das Gefühl, so viel Zeit zu haben wie nie zuvor.

Man nimmt sich etwas vor, extrem klein, und zieht es jeden Tag durch, egal was kommt. Das ist das Entscheidende.

Nur das tägliche Training macht erfolgreich. Wer einmal die Woche drei Stunden Klavier übt und den Rest der Woche nicht, dem sagt das Gehirn: „Jetzt macht er wieder diese neue Sache.“ Zwei Tage später ist so viel Neues passiert, dass das Klavier weit nach hinten in die Schublade rutscht.

Alles ist antrainiert

Alle Dinge, auch alle Gedanken, sind über Jahre antrainiert. Deshalb funktionieren sie so gut. Besonders negative Gedanken haben wir uns wunderbar angewöhnt, weil sie mehrere Auslöser haben und leicht zu wiederholen sind. Deshalb ist es so schwer, schlechte Gewohnheiten wieder loszuwerden.

Man erwischt sich dabei, etwas Überflüssiges zu tun, zu sagen oder zu denken, aber dann ist es meistens schon passiert. Darum hilft es, sich immer wieder an die eigene Achtsamkeit zu erinnern. So bemerkt man irgendwann direkt, was man gerade im Begriff ist zu tun.

Und jetzt: ein kleiner Schritt. Heute. Jetzt.

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