Impulse · Denken · 2 Min.
Wo ist deine Trennlinie?
Man ist immer nur so erfolgreich, wie die eigene Messlatte hoch liegt.
Ein weiterer Punkt, der uns im Weg steht, um erfolgreich zu sein und uns gut zu fühlen, ist die eigene Trennlinie: die Grenze, an der wir uns selbst messen. Sie entscheidet darüber, ob wir uns gut oder schlecht fühlen. Je höher sie liegt, desto seltener fühlen wir uns gut.
Nehmen wir an, du willst ein guter Schlagzeuger sein. Was heißt das konkret? Fast jeder vergleicht sich mit bekannten Vorbildern, die schon erreicht haben, was man selbst gern können würde: so grooven wie Steve Gadd, so unabhängig wie Thomas Lang, so funky wie David Garibaldi.
Nur haben diese Leute alle ihren eigenen Stil gefunden und über Jahrzehnte trainiert. Wer sich ständig mit ihnen vergleicht, erreicht sein eigenes Ziel nie, weil die Messlatte viel zu hoch liegt.
Spielt man einen Paradiddle bei Tempo 100, ist das gut oder schlecht? Kommt es überhaupt auf das Tempo an, oder darauf, wie man ihn anwendet? Wenn meine Trennlinie lautet: „Ich spiele den Paradiddle eine Minute lang fehlerfrei, egal wie langsam“, dann ist das realistisch, und ich bin damit erfolgreicher als jemand, der von Anfang an klingen will wie Steve Gadd. Auch der musste erst einmal den Ablauf lernen und hat sich dann immer wieder damit beschäftigt.
Warum wir alles zerteilen
Warum teilen wir überhaupt alles in kleine Teile? Weil das Ganze zu groß ist, um es zu erfassen. Ein Buch mit 1000 Seiten würde ich gar nicht erst anfangen, wenn ich mir vornähme, alle 1000 Seiten zu lesen. Also fange ich mit der ersten Seite und dem ersten Satz an und lese weiter, je nachdem, wie viel Lust und Zeit ich habe.
Jetzt melden sich die Zweifler: „Wenn ich nur eine Seite am Tag lese, brauche ich fast drei Jahre. Das ergibt doch keinen Sinn!“
Wenn ich wirklich nur eine Seite läse, vielleicht nicht. Aber dabei bleibt es ja nicht. Wenn das Buch mich auch nur ein bisschen interessiert, gibt es immer wieder Tage, an denen ich zwei Seiten lese. Dann sind wir schon bei einem Jahr.
Setz deine Trennlinie so, dass du sie heute erreichen kannst. Dann fängst du an. Und wer anfängt, kommt weiter als jemand, der auf die perfekte Messlatte wartet.
Und jetzt: ein kleiner Schritt. Heute. Jetzt.